Hauskauf Sanierung Finanzierung

100 % Finanzierung: So teuer ist ein Haus ohne Eigenkapital wirklich

Eine 100 Prozent Finanzierung ist eine Form der Baufinanzierung ohne Eigenkapital, bei der der komplette Kaufpreis einer Immobilie über ein Darlehen finanziert wird. Der Kreditnehmer bringt keinen Eigenkapitalanteil für den Immobilienwert ein, wodurch die gesamte Kreditsumme durch die Bank getragen wird.

Diese Art der Immobilienfinanzierung wird häufig als Vollfinanzierung bezeichnet. Sie ermöglicht den Hauskauf ohne Eigenkapital, ist jedoch mit höheren Zinsen, strengeren Voraussetzungen und steigenden Kosten verbunden.

Der zentrale Unterschied zu klassischen Finanzierungen liegt in der fehlenden Eigenkapitalquote. Dadurch erhöht sich das Risiko für den Kreditgeber, was sich direkt auf den Zinssatz und die Konditionen auswirkt. Gleichzeitig steigt die monatliche Belastung, da die gesamte Finanzierung über Fremdkapital erfolgt.

Eine 100 % Finanzierung ist eine Option für den Immobilienkauf, wenn kein Eigenkapital vorhanden ist. Sie ist jedoch deutlich teurer als eine klassische Baufinanzierung und erfordert eine stabile finanzielle Ausgangssituation.

Auf einen Blick

  • 100 % Finanzierung: Kaufpreis wird vollständig über einen Kredit finanziert

  • Kein Eigenkapital: Eigenmittel für den Immobilienwert sind nicht erforderlich; der Eigenkapitalanteil entfällt komplett, der gesamte Anteil der Finanzierung wird von der Bank übernommen

  • Individuelle Angebote: Banken erstellen kein Standardprodukt, sondern prüfen die Bonität und bieten ein speziell zugeschnittenes Finanzierungsangebot an

  • Zentrale Frage: Es stellt sich die Frage, ob diese Finanzierungsform zur eigenen finanziellen Situation und Risikobereitschaft passt

  • Nebenkosten separat: Kaufnebenkosten müssen meist selbst getragen werden

  • Höhere Zinsen: Zinssatz steigt durch erhöhtes Risiko für die Bank

  • Strenge Voraussetzungen: Einkommen, Bonität und Sicherheit müssen überdurchschnittlich sein

Was bedeutet eine 100 % Finanzierung beim Hauskauf?

Eine 100 Prozent Finanzierung ist eine Immobilienfinanzierung, bei der der gesamte Kaufpreis einer Immobilie über ein Darlehen finanziert wird. Der Anteil des Eigenkapitals beträgt bei dieser Finanzierungsform null Prozent, das heißt, die Bank übernimmt den vollständigen Anteil der Finanzierung. Eigenkapital wird nicht für den Objektwert eingesetzt, wodurch die komplette Kreditsumme durch die Bank getragen wird. Banken erstellen hierfür individuelle Angebote, die speziell auf die Bonität des Kunden und die jeweilige Immobilie zugeschnitten sind.

Definition der 100 %-Finanzierung

Die 100 % Finanzierung ist eine Form der Vollfinanzierung, bei der ausschließlich der Kaufpreis über den Kredit abgedeckt wird. Sie gehört zur Baufinanzierung ohne Eigenkapital und wird häufig beim Hauskauf oder Wohnungskauf genutzt.

Zentrale Merkmale:

  • Finanzierung des gesamten Immobilienkaufpreises

  • Kein Eigenkapitalanteil für den Objektwert erforderlich

  • Der Anteil der Bank an der Finanzierung beträgt 100 %, da kein Eigenkapital eingebracht wird

  • Höhere Kreditsumme im Vergleich zur klassischen Finanzierung

  • Erhöhte Zinskosten durch Risikoaufschläge

Beispiel: Beim Kauf einer Immobilie für 300.000 € übernimmt die Bank bei einer 100 % Finanzierung den gesamten Betrag. Der Käufer bringt keinen Eigenkapitalanteil ein und finanziert somit den vollen Kaufpreis über das Darlehen.

Bank finanziert den kompletten Kaufpreis

Die Bank übernimmt im Rahmen der 100 Prozent Finanzierung die vollständige Finanzierung des Kaufpreises. Der Anteil der Bank an der Finanzierung ist bei einer 100 % Finanzierung besonders hoch, da sie den gesamten Kaufpreis abdeckt. Der Beleihungswert der Immobilie dient dabei als Sicherheit für das Darlehen.

Da die Kreditsumme dem Objektwert entspricht, wird die Immobilie vollständig beliehen. Dies erhöht die Anforderungen an die Bewertung des Objektes sowie an die Bonität des Kreditnehmers.

Kein Eigenkapital für den Immobilienwert notwendig

Ein Hauskauf ohne Eigenkapital ist mit einer 100 % Finanzierung möglich. Es wird kein eigenes Kapital für den Kaufpreis benötigt, was insbesondere für Käufer ohne Rücklagen relevant ist.

Gleichzeitig führt der fehlende Eigenkapitalanteil zu höheren Zinsen und strengeren Konditionen.

Nebenkosten müssen meist selbst gezahlt werden

Die Kaufnebenkosten werden bei der 100 Prozent Finanzierung in der Regel nicht über den Kredit abgedeckt. Zu den wichtigsten Kaufnebenkosten zählen insbesondere die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrags, die Grundbuchgebühren für die Eintragung des Eigentums sowie die Maklerprovision, falls ein Makler am Immobilienkauf beteiligt ist. Diese Kosten sind eng mit dem Erwerb einer Immobilie verbunden und werden von Banken bei der Kreditvergabe berücksichtigt.

Diese Kosten betragen meist zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises und müssen in der Regel aus eigenen Mitteln, also aus dem vorhandenen Eigenkapital, finanziert werden. Banken bevorzugen es, wenn die Kaufnebenkosten nicht mitfinanziert werden, sondern aus Eigenkapital bezahlt werden. Es ist daher ratsam, mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zu zahlen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Finanzierung zu erhöhen.

Unterschied zur 110 %-Finanzierung

Der Unterschied zur 110 Prozent Finanzierung liegt im Umfang der finanzierten Kosten. Während bei der 100 % Finanzierung nur der Kaufpreis über den Kredit abgedeckt wird, umfasst die 110 % Finanzierung zusätzlich die Kaufnebenkosten.

Dadurch ist die 110 Prozent Finanzierung mit einer höheren Kreditsumme, höheren Zinsen und einem größeren Risiko verbunden. Bei einer 110 % Finanzierung wird in der Regel ein zusätzlicher Aufschlag auf den Zinssatz erhoben, um das erhöhte Risiko für den Kreditgeber auszugleichen. Die Zinsaufschläge für eine 110 % Finanzierung sind meist höher als bei einer 100 % Finanzierung.

Wie funktioniert eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital?

Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital basiert auf einem Annuitätendarlehen, bei dem der Kaufpreis vollständig über einen Kredit finanziert wird. Das dafür benötigte Geld stellen Banken bereit, indem sie die erforderlichen Beträge an den Käufer auszahlen und dafür Sicherheiten, wie die Immobilie selbst, verlangen. Die Rückzahlung erfolgt über eine festgelegte Laufzeit in gleichbleibenden monatlichen Raten. Die verfügbaren Mittel, also das vorhandene Eigenkapital oder ausschließlich Fremdkapital, beeinflussen dabei maßgeblich die Konditionen des Kredits, insbesondere die Zinshöhe und die Anforderungen der Bank.

Grundprinzip der Finanzierung

Die 100 Prozent Finanzierung wird als Annuitätendarlehen strukturiert. Die monatliche Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen und bleibt während der Zinsbindung konstant.

Die Laufzeit beträgt in der Regel zwischen 20 und 35 Jahren. Nach Ablauf der Zinsbindung verbleibt häufig eine Restschuld, die über eine Anschlussfinanzierung weitergeführt wird.

Die Höhe der monatlichen Belastung hängt vom Zinssatz, der Tilgung und der Kreditsumme ab. Da kein Eigenkapital eingesetzt wird, fällt die Kreditsumme entsprechend hoch aus.

Beispiel: Bei einer 100 % Finanzierung von 300.000 € mit einem Zinssatz von 4 % und einer anfänglichen Tilgung von 2 % beträgt die monatliche Rate rund 1.500 €.

Rolle der Bank

Die Bank übernimmt die vollständige Finanzierung des Kaufpreises und bewertet dabei sowohl die Bonität des Kreditnehmers als auch die Immobilie als Sicherheit.

Die Kreditvergabe erfolgt unter strengen Voraussetzungen. Das Kreditinstitut prüft insbesondere Einkommen, SCHUFA und bestehende Verpflichtungen. Zusätzlich wird der Beleihungswert der Immobilie ermittelt.

Die Immobilie dient als Sicherheit für das Darlehen. Im Falle eines Zahlungsausfalls kann sie durch die Bank verwertet werden.

Warum Banken höhere Zinsen verlangen

Banken verlangen höhere Zinsen, da das Risiko bei einer Finanzierung ohne Eigenkapital steigt. Es fehlt ein finanzieller Puffer, der mögliche Wertverluste oder Zahlungsausfälle abfedern könnte. Um dieses erhöhte Risiko auszugleichen, erheben Banken häufig einen Aufschlag auf den regulären Zinssatz.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Zinssatz sind:

  • Kein Eigenkapitalanteil

  • Höheres Kreditvolumen

  • Steigendes Ausfallrisiko

Mit sinkendem Eigenkapitalanteil steigen die Zinsen systematisch. Eine 100 % Finanzierung ist daher in der Regel deutlich teurer als eine klassische Baufinanzierung mit Eigenkapital.

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Eine 100 % Finanzierung wird nur vergeben, wenn die Voraussetzungen überdurchschnittlich gut sind. Die zentrale Frage ist dabei, ob diese Finanzierungsform für die eigene Situation geeignet ist. Der fehlende Eigenkapitalanteil erhöht das Risiko für die Bank, weshalb Einkommen, Bonität und Objekt besonders streng geprüft werden. Eine überdurchschnittlich gute Kreditwürdigkeit in Form eines tadellosen Schufa-Scores ist in jedem Fall Voraussetzung für eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Zudem ist eine Vollfinanzierung nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie einer sehr guten Bonität des Kreditnehmers, möglich.

Einkommen und finanzielle Stabilität

Ein hohes und stabiles Einkommen ist die zentrale Voraussetzung für eine Finanzierung ohne Eigenkapital. Die monatliche Kreditrate muss dauerhaft tragbar sein und darf die finanzielle Belastung nicht übermäßig erhöhen. Dabei sollte die Baufinanzierung immer langfristig geplant werden, da sie das zukünftige Leben maßgeblich beeinflusst und an die individuelle Lebenssituation angepasst werden sollte. Zu beachten ist außerdem, dass eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital in der Regel ein sehr hohes, gesichertes Einkommen erfordert.

Als Faustregel gilt: Das Einkommen sollte deutlich über der monatlichen Rate liegen, sodass ausreichend Spielraum für Lebenshaltungskosten und Rücklagen bleibt. Eine positive Haushaltsrechnung ist entscheidend für die Kreditzusage.

Berufliche Situation

Die berufliche Sicherheit beeinflusst die Bewertung durch das Kreditinstitut maßgeblich. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ohne Probezeit gilt als Standard.

Zusätzlich wird eine stabile Branche bevorzugt, da sie das Risiko eines Einkommensausfalls reduziert. Unsichere Beschäftigungsverhältnisse wirken sich negativ auf die Kreditvergabe aus.

Bonität und SCHUFA

Eine einwandfreie Bonität ist Voraussetzung für eine 100 Prozent Finanzierung. Eine saubere SCHUFA ohne negative Einträge sowie eine zuverlässige Zahlungshistorie sind zwingend erforderlich.

Bestehende Verpflichtungen sollten möglichst gering sein, um die monatliche Belastung niedrig zu halten. Die Bonität beeinflusst direkt die Konditionen und den Zinssatz.

Immobilie als Sicherheit

Die Immobilie dient als Sicherheit für das Darlehen. Eine gute Lage, ein stabiler Marktwert und ein solider Zustand sind entscheidend für die Bewertung durch die Bank. Die Bank prüft die Werthaltigkeit der Immobilie besonders genau, da sie bei einer 100 Finanzierung die einzige Sicherheit darstellt.

Der Beleihungswert des Objektes muss ausreichend hoch sein, damit das Kreditinstitut das Risiko der Finanzierung absichern kann. Die Beleihungsgrenze orientiert sich dabei am Wert des Objektwertes, wobei Pfandbriefe beispielsweise nur für Beleihungen bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Objektwertes zulässig sind.

Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Eine 100 % Finanzierung ist mit höheren Gesamtkosten verbunden als eine klassische Immobilienfinanzierung mit Eigenkapital. Der Grund liegt in der vollständigen Finanzierung des Kaufpreises sowie den erhöhten Zinsen. Banken erheben bei einem besonders hohen Finanzierungsanteil in der Regel einen Aufschlag auf den Zinssatz, um das gestiegene Risiko auszugleichen. Je höher der Finanzierungsanteil, desto größer ist das Risiko für die Bank und desto höher fallen die Zinsen aus.

Kaufnebenkosten (oft unterschätzt)

Die Kaufnebenkosten fallen zusätzlich zum Immobilienkaufpreis an und müssen bei der 100 Prozent Finanzierung in der Regel aus eigenen Mitteln bezahlt werden.

Typische Bestandteile sind:

  • Grunderwerbsteuer (ca. 3,5–6,5 % je nach Bundesland)

  • Notarkosten und Grundbuchgebühren

  • Maklerkosten bei Vermittlung

Insgesamt betragen die Kaufnebenkosten meist etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Diese Kosten werden häufig unterschätzt, sind jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtfinanzierung.

Zinsen und monatliche Belastung

Die Zinsen sind bei einer Finanzierung ohne Eigenkapital höher, da das Risiko für die Bank steigt. Der Zinssatz enthält einen Risikoaufschlag, der sich direkt auf die monatliche Rate auswirkt.

Die höhere Kreditsumme führt zu steigenden Zinskosten über die gesamte Laufzeit. Dadurch ist eine 100 % Finanzierung deutlich teurer als eine klassische Baufinanzierung.

Beispielhafte Einordnung:

Finanzierungstyp Zinssatz Gesamtbelastung
Mit Eigenkapital Niedriger Geringer
Ohne Eigenkapital Höher Deutlich höher

Beispiel: Bei einer Kreditsumme von 300.000 € und einem Zinssatz von 4 % ohne Eigenkapital beträgt die monatliche Rate etwa 1.430 €. Mit 20 % Eigenkapital und einem Zinssatz von 3 % reduziert sich die monatliche Rate auf rund 1.010 €. Ohne Eigenkapital müssen Kreditnehmer also mit höheren monatlichen Raten rechnen, was die finanzielle Belastung deutlich erhöht.

Die Kombination aus höherem Zinssatz und größerer Kreditsumme führt zu einer deutlich steigenden finanziellen Belastung über die gesamte Laufzeit.

Welche Vorteile hat eine 100 % Finanzierung?

Die 100 % Finanzierung ermöglicht den Immobilienkauf ohne Eigenkapital für den Objektwert. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Eigenmittel für den Kaufpreis anzusparen. Mit einer soliden Finanzierungsstrategie kann so auch das Traumhaus ohne eigenes Kapital realisiert werden.

Vorteile im Überblick

  • Hauskauf ohne lange Sparphase möglich

  • Schneller Einstieg in den Immobilienbesitz

  • Eigenkapital kann für andere Zwecke genutzt werden

  • Viele Banken und Kreditnehmer nutzen diese Finanzierungsform, wenn die Voraussetzungen stimmen

Die Finanzierung bietet insbesondere dann Vorteile, wenn vorhandenes Kapital bewusst nicht gebunden werden soll oder kurzfristig eine geeignete Immobilie verfügbar ist.

Für wen diese Finanzierung sinnvoll sein kann

Eine 100 Prozent Finanzierung ist vor allem für Käufer geeignet, die über ein hohes und stabiles Einkommen verfügen, aber kein oder nur wenig Eigenkapital aufgebaut haben. Aus Sicht verschiedener Zielgruppen – wie Familien, Investoren oder Berufseinsteiger – kann die 100 Finanzierung unterschiedlich bewertet werden: Familien mit stabilem Einkommen und hoher Mietbelastung sehen darin oft eine sinnvolle Möglichkeit, Eigentum zu erwerben, während Investoren vor allem die Liquidität im Blick haben und Berufseinsteiger den frühen Einstieg in den Immobilienmarkt schätzen. Für Selbstständige ist eine Finanzierung ohne Eigenkapital hingegen schwerer zu bekommen, da Banken hier meist eine Einzelfallentscheidung treffen.

Typische Zielgruppen:

  • Gutverdiener ohne ausreichendes Eigenkapital

  • Junge Käufer mit sicherer beruflicher Perspektive

  • Kapitalanleger mit Fokus auf Liquidität

In diesen Fällen kann die Finanzierung eine Möglichkeit sein, frühzeitig in den Immobilienmarkt einzusteigen und das Eigenheim oder eine Kapitalanlage zu realisieren.

Wann lohnt sich eine 100 % Finanzierung wirklich?

Eine 100 % Finanzierung ist nur unter stabilen finanziellen Rahmenbedingungen sinnvoll. Dabei stellt sich die zentrale Frage, ob diese Finanzierungsform für die eigene Situation geeignet ist. Entscheidend sind ein hohes Einkommen, sichere berufliche Perspektiven und eine langfristig tragfähige monatliche Belastung. Eine Vollfinanzierung birgt viele Chancen, aber auch einige Risiken, die sorgfältig abgewogen werden sollten.

Typische sinnvolle Szenarien

Eine Finanzierung ohne Eigenkapital kann sinnvoll sein, wenn ein sehr stabiles und überdurchschnittliches Einkommen vorhanden ist und die Kreditrate dauerhaft getragen werden kann.

Ein Beispiel: Wer eine Wohnung mit einer 100 % Finanzierung kauft, profitiert oft von niedrigen Zinsen, wenn die Lage attraktiv ist und der Kaufpreis angemessen bleibt. Auch eine sichere berufliche Zukunft reduziert das Risiko eines Einkommensausfalls. In Kombination mit einem günstigen Kaufpreis oder einer guten Lage der Immobilie kann sich die Finanzierung wirtschaftlich positiv entwickeln.

Wann Sie besser darauf verzichten sollten

Eine 100 % Finanzierung ist kritisch, wenn das Einkommen unsicher ist oder nur geringe finanzielle Reserven vorhanden sind.

Fehlende Rücklagen und eine hohe monatliche Belastung erhöhen das Risiko finanzieller Engpässe deutlich. Im Vergleich zur Miete, die als monatliche Ausgabe keinen Beitrag zur Vermögensbildung leistet, kann eine zu hohe Belastung durch die Finanzierung ebenfalls zu finanziellen Nachteilen führen, wenn die eigene Situation nicht stabil genug ist. In solchen Fällen kann die Finanzierung langfristig zu Problemen führen.

Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist daher nur sinnvoll, wenn die finanzielle Situation dauerhaft stabil und ausreichend belastbar ist.

Welche Alternativen gibt es zur Finanzierung ohne Eigenkapital?

Eine 100 % Finanzierung ist nicht die einzige Möglichkeit für einen Immobilienkauf. Es existieren Alternativen, die das Risiko reduzieren und bessere Konditionen ermöglichen. Der Einsatz eigener finanzieller Mittel, wie zum Beispiel Eigenkapital, verbessert in der Regel die Kreditkonditionen und senkt das Risiko für Kreditnehmer und Bank.

Teilfinanzierung mit Eigenkapital

Eine Finanzierung mit Eigenkapital ist die klassische Form der Immobilienfinanzierung. Bereits ein Eigenkapitalanteil von 10 bis 20 Prozent senkt die Kreditsumme und verbessert die Konditionen deutlich.

Die Zinsen fallen niedriger aus und die monatliche Belastung reduziert sich. Gleichzeitig steigt die Sicherheit für Bank und Kreditnehmer.

Eigenkapital aufbauen

Der Aufbau von Eigenkapital vor dem Immobilienkauf verbessert die Ausgangssituation erheblich. Eine Sparphase erhöht die verfügbaren finanziellen Mittel und reduziert den Finanzierungsbedarf, was die Chancen auf bessere Konditionen steigert. Der Aufbau eigener Mittel, zum Beispiel durch einen Bausparvertrag, verbessert die Ausgangssituation für eine Finanzierung zusätzlich.

Möglichkeiten sind regelmäßiges Sparen, ein Bausparvertrag oder der Verkauf vorhandener Vermögenswerte. Ein Bausparvertrag kann helfen, finanzielle Rücklagen zu schaffen, die als Mittel in die Vollfinanzierung eingebracht werden können. Auch Unterstützung durch Familie kann den Eigenkapitalanteil erhöhen.

Kombination mit Fördermitteln

Staatliche Förderprogramme können die Finanzierung ergänzen und die Kosten senken. Sie bieten zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse und verbessern die Gesamtstruktur der Finanzierung.

Eine Kombination aus Eigenkapital, Bankdarlehen und Förderung führt häufig zu stabileren Konditionen und einer geringeren Zinsbelastung.

Fazit

Die 100 % Finanzierung ist eine Form der Vollfinanzierung, bei der der Kaufpreis einer Immobilie vollständig über ein Darlehen abgedeckt wird. Sie ermöglicht den Hauskauf ohne Eigenkapital für den Objektwert, ist jedoch mit höheren Zinsen, strengeren Voraussetzungen und einer erhöhten finanziellen Belastung verbunden. Die zentrale Frage ist, ob diese Finanzierungsform für die eigene finanzielle Situation geeignet ist. Besonders bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital prüfen Banken die finanzielle Situation der Kreditnehmer sehr sorgfältig.

Die zentrale Bewertung hängt von Einkommen, Bonität und der langfristigen Tragfähigkeit der Finanzierung ab. Eine hohe Kreditsumme führt zu steigenden Zinskosten und einer höheren monatlichen Rate. Gleichzeitig müssen die Kaufnebenkosten zusätzlich aus eigenen Mitteln getragen werden.

Eine 100 Prozent Finanzierung kann sinnvoll sein, wenn die finanzielle Situation stabil ist und ausreichend Sicherheit besteht. In allen anderen Fällen überwiegen die Risiken und Nachteile dieser Finanzierungsform.

FAQ zur 100 % Finanzierung

Ein Hauskauf ohne Eigenkapital ist möglich, wenn der Kaufpreis vollständig über einen Kredit finanziert wird. Dies gilt ebenso für den Kauf einer Wohnung. Die Kaufnebenkosten müssen jedoch in der Regel aus eigenen Mitteln bezahlt werden.

Die 100 % Finanzierung ist weniger risikoreich, da nur der Kaufpreis finanziert wird. Die 110 % Finanzierung umfasst zusätzlich die Nebenkosten und ist daher mit höheren Zinsen und größerem Risiko verbunden. Bei der 110 % Finanzierung wird in der Regel ein zusätzlicher Aufschlag auf den Zinssatz erhoben, um das erhöhte Risiko für den Kreditgeber auszugleichen.

Das Einkommen sollte deutlich über der monatlichen Rate liegen, sodass alle laufenden Kosten sowie Rücklagen gedeckt werden können. Ein stabiles und überdurchschnittliches Einkommen ist Voraussetzung. Zudem sollte das Einkommen auch langfristig zum eigenen Leben und den individuellen Lebenszielen passen, damit die 100 Finanzierung nachhaltig und sicher gestaltet werden kann.

Eine 100 % Finanzierung ist mit erhöhten Risiken verbunden, da kein Eigenkapital als Sicherheit vorhanden ist. Steigende Zinsen oder Einkommensveränderungen können die finanzielle Belastung deutlich erhöhen. In diesem Zusammenhang stellt sich die zentrale Frage, wie hoch die individuellen Risiken sind und wie groß die eigene Risikobereitschaft bei einer solchen Finanzierungsentscheidung ist.